Verpackungen aus nachhaltigem Rohstoff

Seit 150 Jahren dreht sich bei der Kisten Haas Betriebs-GmbH alles um Holzverpackungen. Was 1865 in der Offenbacher Taunusstraße von August Haas gegründet und mit Kisten und Fässern für Klein- und Montageteile und acht Mitarbeitern begann, wird heute in Dietzenbach mit Kisten von klein bis zu 18 Metern Länge und vier Metern Höhe und Breite sowie allen globalen Logistik-Dienstleistungen von Geschäftsführer Tibor Szekelyi in vierter Generation mit 55 Mitarbeitern weitergeführt.

"Mit zunehmender Industrialisierung stieg der Bedarf an Kisten. So zog das Unternehmen 1913 in den Offenbacher Nordring", erklärte Szekelyi. Dort wuchs das Unternehmen weiter. 1973 zog Kisten Haas an seinen heutigen Standort in der Robert-Bosch-Straße in Dietzenbach. „Hier haben wir eine Gesamt fläche von 5.400 Quadratmetern, aufgeteilt in eine Halle mit 3.800 Quadratmetern Produktionsfläche und in eine Halle mit 1.600 Quadratmetern für Verpackungsdienstleistungen welche auch über eine Krananlage mit 32,5 Tonnen Nutzlast verfügt. Das reicht uns. Allerdings wird es bei Auftragsspitzen auch hier manchmal eng", so Szekelyi. Logistikleiter Thomas Tuska ergänzte: „Bei vielen Aufträgen müssen wir schnell reagieren und verdoppeln unser Personal kurzfristig durch Subunternehmer."

Verpackt werde alles, was gewünscht wird. „Ob 60 Tonnen schwerer Industriebehälter oder ein Gemälde für eine Galerie, wir verpacken alles. Unsere Kisten werden individuell für jeden Kundenwunsch gefertigt“, verdeutlichte Szekelyi. Sondermaschinenbauer seien die größten Kunden. Das Auf- und Abbauen, heute mehr letzteres, von Maschinenparks, deren Verpackung und weltweiten Transport übernimmt Kisten Haas. Bei den Kisten zähle auch der Nachhaltigkeitsgedanke. „Unser Schnittholz beziehen wir zu rund 80 Prozent aus Deutschland. Es stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Es wird der Natur weniger Holz entnommen als nachwächst. Damit unterstützen wir seit langem die heute populären Themen wie ,Green Production‘ oder ,Green Logistics‘“, machte Szekelyi deutlich. Zur Gewinnung und Verarbeitung von Holz werde weniger Energie benötigt, als für andere Werkstoffe. Die Energiebilanz für dieses Naturprodukt falle deshalb günstig aus. Messungen der Luftemissionen über den gesamten Lebenszyklus von Holz- und Kunststoffverpackungen zeigten, dass die Schadstoffemissionen von Kunststoffverpackungen während der Herstellung, Be- und Verarbeitung teilweise gravierend höher lägen als die von Holzverpackungen. Die Nutzung von Holzpackmitteln wirke sich im Vergleich mit anderen Packmitteln, wie Kunststoff, deutlich umweltverträglicher auf den Wasserverbrauch aus. Außerdem würden zeitgleich Wasserverunreinigungen reduziert. Sie gewährleisteten eine optimale Wiederverwertung, da lediglich sehr geringe Mengen an Reststoffen nicht verwertbar seien.

Nachhaltigkeit bei Industrieverpackungen: Geschäftsführer Tibor Szekelyi (r.) und Logistikleiter Thomas Tuska (l.)

„Unsere Holzpackmittel sind frei von chemischen Holzschutzmitteln und werden gemäß internationalen Regularien ausschließlich mit Hitze gegen Schädlingsbefall behandelt. Mit unserer eigenen Photovoltaik-Anlage am Standort Dietzenbach sorgen wir zusätzlich für die Reduzierung betrieblich bedingter Emissionen“, erklärte Szekelyi stolz. Für den Transport stehen zwölf betriebseigene Fahrzeuge – vom Kleinbus bis zum Jumbo-Gliederzug – zur Verfügung. „Wir planen mit dem Kunden die gesamte Logistikphase durch. Wichtig ist dabei ein machbarer Zeit- und Kostenplan bereits in der Planungsphase, damit sowohl Verpackung als auch Transport möglichst synchron laufen, um Zeit und Kosten sparen“ so Tuska. „Im weltweiten Geschäft erledigen wir die komplette Zollabwicklung bei der Aus- und Einfuhr, den Vor-, Haupt- und Nachlauf sowie Einbringung, Lagerung und Montage. Diesen Service bieten wir sowohl für kleinste, verpackte Einheiten- als auch für große Anlagen an.“

In der Industrieverpackungsbranche sieht Szekelyi sein Unternehmen als einen der Marktführer. „Unser Erfolg beruht auf der Qualifikation, der Leistung und dem persönlichen Einsatz aller unserer Mitarbeiter. Daraus leiten wir unseren Wunsch und unsere Verpflichtung gegenüber unserem Personal ab, es sozial und beruflich zu unterstützen. Soziale und fachliche Aspekte der Personalführung, Sicherheit am Arbeitsplatz, medizinische Vorsorge, Fortbildungsmaßnahmen sowie die Gewissheit, auch in persönlichen Bereichen Unterstützung zu finden, fördern Freude an der eigenen Leistung und damit ein insgesamt motiviertes Betriebsklima. So können wir gemeinsam als starkes Team nach vorne blicken und unsere unternehmerischen Ziele auf ein solides Fundament bauen“, verdeutlichte der Geschäftsführer. Wer so nachhaltig arbeitet, dem stehen die Tore für die nächsten 150 Jahre Firmengeschichte weit offen.

Autor:
Klaus Linke
Telefon (069) 8207-245
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